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Fotografierende Forscher:innen

7 der 13 Personen dieser Ausstellung waren forschend als Kunsthistoriker:innen, Archäolog:innen, oder Historiker:innen tätig. Sie verstanden den großen dokumentarischen Wert der Fotografie und verwendeten sie als Mittel zur Erfassung byzantinischer Denkmäler. Sie stammen teils von ihnen selbst (siehe Hermann Thiersch); zum Teil ließen sie sich auch von professionellen Fotograf:innen auf ihren Forschungsreisen begleiten (siehe Max von Oppenheim und Nikodim Kondakow).

Mit ihren Fotografien bereicherten sie nicht nur die Kenntnis über archäologische und bestehende Stätten ihrer Zeit, sondern erweitern die bereits vorhandenen Zeichnungen und Skizzen um ihre Fotografien der Objekte (siehe Gertrude Bell), welche teilweise so aufgenommen wurden, dass die abgebildeten Monumente und Objekte von der Fotografie ausgehend vermessen, das heißt durch fotogrammetrische Methoden exakter erfasst, werden können (siehe Rudolf Brünnow). Mit ihren Fotografien haben es diese Forscher:innen geschafft, neue Perspektiven und Methoden für die Kunstgeschichte zu eröffnen und sie mit ihren Nachbarfächern in einen Dialog zu bringen (siehe Yervand Lalayan).

Auch ermöglichen diese Fotografien Studierenden und interessierten Betrachter:innen porträtierte und heute zum Teil nicht mehr erhaltene Denkmäler kennenzulernen, zu studieren und in ihre Forschung aufzunehmen, dies auch ohne an die entsprechenden Orte reisen zu müssen.

Eine weitere Bedeutung, welche diese Fotografien in sich tragen ist, dass sie Orte und Stätten dokumentieren, welche im letzten Jahrhundert durch Verfall oder Abriss (siehe Max van Berchem), aber auch durch Kriege verloren gegangen sind. Diese Orte leben in den Aufnahmen weiter und letztere können zukünftig zum Beispiel dafür genutzt werden, die Stätten wieder zu rekonstruieren.

zusammengestellt von Christos Bintsis und Maximilian Schachner