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Professionelle Fotograf:innen

Die Erfindung der Fotografie im 19. Jahrhundert führte zur Entstehung der entsprechenden professionellen Berufsgruppe. Es entstehen die ersten Fotoateliers für Porträts und auch andere Genres der Fotografie etablieren sich zunehmendst im professionellen Bereich. Sinkende Kosten und leichtere Zugänglichkeit zur Fotografie ermöglicht es spätestens mit der Entwicklung des Rollfilms 1889 einem größeren Personenkreis eine professionelle Fotografie-Karriere einzuschlagen.

6 der 13 Persönlichkeiten dieser Ausstellung waren professionell als Fotograf:innen tätig:

Dimitri Ermakov nahm als Kriegsfotograf am Russisch-Osmanischen Krieg (1877-1878) teil. Er gründete danach eines der ersten Fotoateliers im Gebiet des heutigen Georgiens und dokumentiert somit die Kaukasusregion und ihre Bewohner:innen in der Zeit um 1900.

Der Sizilianer Giuseppe Incorpora fotografierte einige bedeutende Persönlichkeiten der italienischen Nationenbildung, wie den Freiheitskämpfer Giuseppe Garibaldi (1807-1882) und König Umberto I (1844-1900). Er widmet sich wie sein Landsmann Giovanni Gargiolli, welcher zuerst als Architekt tätig war, der Dokumentation der Denkmäler und auch Bewohner:innen des neugegründeten italienischen Staates. Sie prägen damit die nationale Identitätenbildung des noch jungen Italiens.

Josephine Powell war eine vielgereiste Fotografin, die eine große Anzahl an historischen Bauten in Gebieten des ehemaligen byzantinischen Reiches zum Teil erstmals professionell fotografisch dokumentierte. Dadurch ermöglicht sie vielen Forschenden, sich durch qualitativ hochwertige Fotografien die Besonderheiten des byzantinischen Erbes vor Augen zu führen.

Josef Wlha und Ingeborg Kitlitschka-Strempel sind beides österreichische Fotograf:innen. Während Josef Wlha sich mit dem Fotografieren der diversen Architektur im Gebiet Österreich-Ungarns beschäftigte und daraus ein lukratives Verlagsgeschäft gründete, steht Ingeborg Kitlitschka-Strempel als Berufsfotografin und Mitarbeiterin des österreichischen Bundesdenkmalamts für die Phase der Nachkriegszeit. Sie ist in dieser Ausstellung mit ihren Fotografien der Mosaike des Doms von San Marco in Venedig vertreten.

Das Leben eines und einer jeden war sehr unterschiedlich. Sie lebten in verschiedenen Ländern und zu verschiedenen Zeiten, trotzdem beteiligen sich alle direkt, aber auch indirekt durch ihr fotografisches Schaffen daran, das Erbe von Byzanz zu dokumentieren und für die Menschen ihrer Zeit sichtbar zu machen.

zusammengestellt von Christos Bintsis und Maximilian Schachner